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Der Marienhof liegt in Schömberg im Zollernalbkreis,
zwischen Schömberg und Dautmergen. Der Hof wird von den Eheleuten
Monika und Jürgen Weckenmann bewirtschaftet.
Die Eltern Elfriede und Romuald Weckenmann, sowie Bruder Bruno und Sohn
Philipp helfen ebenfalls mit den Betrieb zu bewirtschaften.
Des weiteren sind noch zwei Aushilfskräfte beschäftigt um die
Milch pünktlich vor die Haustüre der Verbraucher zu stellen.
Romuald
Weckenmann bewirtschaftete zunächst mit seiner Mutter den elterlichen
Hof in Dormettingen der eine Größe von ca. 8 ha hatte und zu
dem fünf Kühe und sechs Rinder gehörten.
Im Zuge der Flurbereinigung wurde meinem Vater der Vorschlag gemacht auszusiedeln
und so konnte er 1963 zusammen mit seiner Frau Elfriede den Aussiedlerhof
an der Kreisstraße zwischen Schömberg und Dautmergen beziehen.
Der Hof umfaßte ca. 20 ha Land und im Stall war Platz für 11
Kühe, 10 Stück Jungvieh und 10 Mastschweine. Bereits 1968 wurden
die Schweine abgeschafft und man spezialisierte sich auf die Milchproduktion.
1975 - 1977 wurde die 2. Erweiterungsstufe durchgeführt.
Es wurde ein Boxenstall mit Faltschieberentmistung gebaut, indem sich
die Kühe frei bewegen konnten und zweimal am Tag in einem Melkstand
mit acht Melkzeugen gemolken wurden. Um eine optimale Fütterung zu
gewährleisten, wurde eine Transponderfütterung eingebaut, d.h.
die Futtermenge eines jeden Tieres wurde individuell per Computer gesteuert.
Der Viehbestand lag bei 45 Kühen sowie 45 Stück Jungvieh.
Ein weiterer Schritt Richtung art- und umweltgerechte Tierhaltung erfolgte
dann im Jahre 1995, es wurde ein sogenannter Kaltstall nach Wünschen
und Bedürfnissen der Tiere gebaut. Ein Stall wo sich die Tiere rundherum
glücklich fühlen, denn sie haben ein Dach über dem Kopf,
an den Seiten Netze, damit es nicht zieht, eine unbedachte befestigte
Lauffläche sowie einen Durchgang wo sie jederzeit auf die Weide hinaus
können. Ebenso haben die Kühe viel Licht, Luft, Sonne sowie
groß dimensionierte Liegebuchten die mit Stroh eingestreut werden.
Mitten im Stall befindet sich eine große Abkalbebucht in der die
Kühe abkalben und das Kalb die ersten Tage mit der Mutter verbringt.
Nach ein paar Tagen kommt das Kalb in ein Iglu mit Auslauf. 14 Tage später
kommen die Kälbern dann auf die Alb nach Albstadt-Onstmettingen in
einen Jungvieh-Aufzuchtbetrieb. Sie können den ganzen Tag über
ihre Milch an einem Automaten abholen und ebenso steht ihnen frisches
Wasser, Heu und Getreide zur freien Aufnahme zur Verfügung.
Im Alter von ca. zwei Jahren kommen die Tiere auf unseren Betrieb zurück
und werden auf die Milchproduktion vorbereitet.
Der Viehbestand hat sich auf ca. 60 Kühe sowie 60 Stück Jungvieh
vergrößert.
Gemolken wird in einem modernen computergesteuerten Melkstand, dort werden
die Tiere automatisch erkannt und während 12 Tiere gleichzeitig gemolken
werden können, wird die Milchmenge einer jeder Kuh exakt gemessen,
damit kann der optimale Futterbedarf für die Kühe ermittelt
werden.
Als Futtergrundlage für die Tiere stehen dem Marienhof knapp 100ha
Wiesen und Weiden zur Verfügung. Seit 1998 ist der Marienhof ein
reiner Grünlandbetrieb.
Als Kraftfutter wird Getreide aus der Region zugekauft. Die Futtervorlage
erfolgt über einen Mischwagen mit Wiegeeinrichtung, so daß
die verschiedenen Futtermittel nach erfolgter Grundfutteruntersuchung
sowie exakt berechnetem Bedarf der Kühe, im richtigen Verhältnis
eingemischt werden können.
Seit 1978 gehört der Marienhof zu den wenigen Betrieben
in der Bundesrepublik, die Vorzugsmilch produzieren. Vorzugsmilch trägt
ihren Namen zurecht, denn sie ist naturbelassen, ohne Abstriche und Zusätze
und hat nie eine Molkerei gesehen. Einmal im Monat wird die Milch vom
Wirtschaftskontrolldienst und dem Veterinäramt unangemeldet auf ihre
Qualität untersucht. Die Milch vom Marienhof wurde schon mehrmals
mit dem "großen Preis" der Deutschen Landwirtschaftlichen
Gesellschaft (DLG) prämiert. Die
Milch wird in Halb-Liter-Tetrapackungen abgefüllt. Zum Kundenkreis
zählten damals das Milchwerk Rottweil, kleinere Einzelhandelsgeschäfte
und ein Reformhausbelieferer. Im April 1990 stellte man zum Teil auf die
umweltfreundlicheren Glasflaschen um.
Um die Wirtschaftlichkeit der Milchvermarktung des Marienhofes zu steigern,
entschloß sich die Familie Weckenmann im April 1992 nur noch an
Privatkunden frei Haus zu liefern. Damit war der Marienhof der erste Betrieb
in Baden-Württemberg der Vorzugsmilch in 1 ltr., 2 ltr. und 3 ltr.
Gebinden frei Haus liefert.
Um die inzwischen 1300 Kunden im Zollernalbkreis und angrenzenden Kreisen
zufriedenstellen zu können, müssen die Kühe um 5 Uhr gemolken
werden. Die Milch wird direkt in einen Tank geleitet, wo sie auf 4 Grad
Celsius abgekühlt wird. Täglich werden ca. 700 ltr. abgefüllt
und ausgefahren, ebensoviel wird an die Molkerei abgeliefert.
Auf Wunsch vieler Kunden wurden zusätzlich noch
folgende Produkte angeboten:
Eier, Holzofenbrot, Hausmacherwurst, Rindfleisch, Äpfel, Kartoffeln,
Nudeln, Honig, etc.
Der
schwärzeste Tag in der Geschichte war dann der 17. Dezember 2000.
Morgens um 4 Uhr wurden wir durch einen Großbrand um 4 Uhr morgens
aus dem Schlaf gerissen. Das 1963 erbaute 1968 erweiterte Stallgebäude
stand lichterloh in Flammen. In diesem Gebäuden befanden sich unsere
Kälber, die noch in Sicherheit gebracht werden konnten, sowie unsere
Vermarktungsräume mit sämtlichen Maschinen und Geräten
sowie das Heulager. Dank dem beherzten Eingreifen von ca. 150 Feuerwehrleuten
ist es gelungen das Übergreifen der Flammen auf Wohnhaus und die
angebauten Stallungen zu verhindern, das Problem war, daß man das
Löschwasser aus knapp 2 km Entfernung holen mußte. Für
die ursprünglichen Stallungen konnte man nichts mehr machen, sie
brannten bis auf die Grundmauern nieder, der Brandausbruch war in der
Kühlzelle, jedoch ist fraglich, ob es sich um Brandstiftung oder
einen technischen Defekt gehandelt hat.
Der Lieferservice mußte nun aufgrund fehlender
Räumlichkeiten und Gerätschaften leider eingestellt werden,
damit wurde jahrelange Arbeit in kürzester Zeit vernichtet. Nach
wochenlangen Aufräumarbeiten machte man sich Gedanken um den Aufbau
und entschloß sich dann eine separate Heubergehalle oberhalb des
Hofes zu bauen, sowie auf der abgebrannten Fläche eine Molkerei mit
Käserei, Reifungslager, einen groß dimensionierten Hofladen,
sowie eine Vesperstube über der Molkerei zu bauen.
Es
wurde ein Konzept erarbeitet, wo der Verbraucher die Möglichkeit
hat, sich vom Futter, über die Tiere, das Melken, die Verarbeitung
bis zum Endprodukt sich zu informieren, zu schauen und anschließend
die Produkte in der Vesperstube zu kosten. Unsere zufriedenen Kunden haben
dann die Möglichkeit, die gekosteten Produkte im Hofladen einzukaufen,
somit betreiben wir eine transparente Landwirtschaft.
Im April 2001 rückte dann der Bagger an und bereits
am 23. September 2001 konnten wir Eröffnung feiern. Es war trotz
heftigen Regenfällen ein gelungener Tag, denn tausende von Besuchern
haben es sich nicht nehmen lassen unsere Molkerei sowie Hofladen und Vesperstube
zu besichtigen.
Am 01. Oktober 2001 wurde dann in der Molkerei mit der
Produktion begonnen und wir beabsichtigten in Zukunft Milch, Joghurt,
Frischkäse sowie Käse von unserer Milch zu produzieren und diese
Produkte in unserer Vesperstube sowie im Hofladen zum Kauf anzubieten.
Nach sehr kurzer Zeit musste die Produktion bereits wieder
eingestellt. Gravierende Baumängel, für die trotz Sachverständigengutachten
keiner verantwortlich sein wollte, zwangen uns leider zur Aufgabe und
somit stand das Herzstück des Betriebes still. Die Milch wurde seither
wieder vom Milchwerk abgeholt. Aus betriebswirtschaftlichen und gesundheitlichen
Gründen wurde im März 2006 mit der Milchproduktion aufgehört
und die Kühe an andere Milchviehbetriebe verkauft. Seither stehen
die Stallungen leer und wir suchen nach einem geeigneten Pächter
dafür.
Unsere Grünlandfläche wird seither von einem Lohnunternehmer
bei uns einsiliert und von einem anderen Betrieb in seiner Biogasanlage
verwertet.
In unserem Hofladen beiten wir seither Käsespezialitäten
aus dem Allgäu von der Schönegger Käsealm sowie regionale
Spezialitäten und vieles mehr an und aus unserer Vesperstube ist
mittlerweile ein gutgehendes Bauernhofrestaurant geworden.
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